Am 14. November ist Weltdiabetestag
Allein in Deutschland gibt es zwischen sechs und sieben Millionen Menschen, die an Diabetes erkrankt sind und die Zahl der Erkrankten steigt ständig. Allerdings wird dieser Erkrankung in der Öffentlichkeit noch immer viel zu wenig Bedeutung beigemessen. Deshalb ist der 14. November seit 1991 Weltdiabetestag. Aus diesem Anlass gibt es dieses Jahr die neue Broschüre für Diabetiker vom Diabetes Portal DiabSite auch zum ersten Mal in deutscher Sprache. In dieser 13-seitigen Broschüre können Diabetiker aktuelle Informationen über diese Krankheit nachlesen.
Dabei wird Aufklärung ganz groß geschrieben. So wird in dieser Broschüre, die nach den neuesten Erkenntnissen verfasst wurde, unter anderem über Risiken und Symptome diese Erkrankung aufgeklärt sowie über die Warnsignale, die auf eine Diabetes-Erkrankung hinweisen. Zudem werden die unterschiedlichen Diabetes-Typen erläutert und an welchen Symptomen man sie erkennen kann. Nachzulesen ist die Broschüre unter der Internetadresse diabsite.de/aktionen/weltdiabetestag/2009/. Die Informationen sind im Übrigen auch für Nicht-Diabetiker interessant. Schließlich ist Aufklärung immer wichtig, um Risiken für eine Erkrankung zu minimieren oder um eine Erkrankung zeitig zu erkennen.
Stoffwechselerkrankung Diabetes
Wenn man sich einmal klar macht, was Diabetes eigentlich ist, so wird schnell klar, dass diese Erkrankung viel mit der Ernährung zu tun hat. Denn Diabetes ist, und hierbei spielt es keine Rolle, ob man an Diabetes Typ 1 oder Typ 2 erkrankt ist, eine Stoffwechselerkrankung. Diese ruft einen Insulinmangel hervor. Normalerweise übernimmt diesen Job die Bauchspeicheldrüse. Doch bei Diabetes kann der Körper nicht genügend eigenes Insulin produzieren, um die Blutzuckerwerte im Gleichgewicht zu halten. Die Folge daraus sind erhöhte Blutzuckerwerte.
Man erkrankt also an der Zuckerkrankheit, wie Diabetes im Volksmund auch genannt wird. Damit nun, da die Bauchspeicheldrüse bei Betroffenen nicht genügend Insulin herstellt, der Körper trotzdem über ausreichend Insulin verfügen kann, muss man als Diabetes Patient entsprechend regulierende Tabletten nehmen oder aber Insulin direkt spritzen. Keine Sorge, daran gewöhnt man sich blitzschnell. Früher waren diese Therapien oft schwierig, weil sie viel zu starr waren. Und hier nun kommt die Ernährung ins Spiel. Die Tabletten riefen oftmals einen sehr hohen Insulinspiegel hervor, der dann wiederum für eine Unterzuckerung, ebenfalls ein Zustand, der nicht angestrebt wird, sorgte. So blieb einem Diabetiker oftmals nichts anderes übrig, als dagegen anzuessen. Heute sind die Therapien wesentlich ausgereifter. So kann die Tablettengabe oder die Menge des zu spritzenden Insulins in den meisten Fällen auf die individuellen Essgewohnten abgestimmt werden. Mithilfe dieser Medikation ist es in der heutigen Zeit also möglich, ein annähernd normales Leben trotz des Diabetes führen zu können. Die Diäten, die früher angesagt waren, gelten in dieser Form heute nicht mehr, da die heutigen Medikamente sich ausgewogen auf jeden einzelnen Diabetiker und dessen Essgewohnheiten abstimmen lassen.
Irrtümer bei Diabetes
Klar, wenn man die Diagnose Diabetes erst einmal hört, ist man geschockt. Und doch kann man mit dieser Krankheit recht gut leben, ohne viel an Lebensqualität einbüßen zu müssen. Denn Diabetes heißt nicht zwingend, auf die geliebten Süßigkeiten verzichten zu müssen. Wichtig ist schlicht und ergreifend, sich ausgewogen zu ernähren. Dann kann man sich durchaus auch einmal das eine oder andere Leckerchen außer der Reihe gönnen.
Doch immer noch ranken viele Mythen um das Thema Diabetes. Das rührt einfach daher, dass viele Dinge, die über Jahrzehnte als Fakt angesehen wurden, nicht nochmals untersucht wurden. Erst in den letzten Jahren wurden durch die Arbeit der Wissenschaft viele Irrtümer ausgeräumt. So wurde Diabetikern Jahrzehnte lang erzählt, bei einer Unterzuckerung Traubenzucker zu sich zu nehmen. Für alle anderen Situationen galt aber strengstes Zuckerverbot. Niemand hat sich gefragt, wie das zusammengehen konnte. Denn hier war eine Substanz, nämlich der Zucker, verboten, wohingegen diese Substanz in einer bestimmten Situation, nämlich der Unterzuckerung, auf einmal erlaubt war. Dies ist an sich ja schon nicht wirklich logisch. Nach einer Unterzuckerung und der Gabe von Traubenzucker war dann angeraten, sogenannte langsame Kohlehydrate wie beispielsweise Vollkornbrot zu essen, da man davon ausging, dass sonst der Blutzuckerspiegel schnell wieder hätte abfallen können. Im Gegensatz zu den langsamen Kohlehydraten wurden die schnellen Kohlehydrate wie beispielsweise Weißbrot untersagt, da diese im Verdacht standen, sogenannte „Zuckerspitzen“ auszulösen. Heute weiß man, dass viele der Theorien wissenschaftlich nicht belegt werden konnten. Es ist also wichtig, sich auch ein bisschen auf seinen gesunden Menschenverstand zu verlassen, die Blutwerte regelmäßig zu prüfen oder prüfen zu lassen und die Kohlehydrate, die man zu sich nehmen möchte, auf die blutzuckersenkende Therapie abzustimmen.
Diabetische Retinopathie
Die diabetische Retinopathie, kurz Netzhauterkrankung, ist eine Folgeerkrankung der Diabetes mellitus, die Zuckerkrankheit. Dabei erkranken die Gefäße in der Netzhaut, als Folge der Stoffwechselstörung.
Für den Körper ist der Traubenzucker, eine Lebenswichtige Engergiequelle. Er wird aus Kohlehydraten, die sich in der täglichen Nahtung befinden, gewonnen. Durch das Blut wird der Zucker zu den Zellen befördert. Die Bauchspeicheldrüse bildet das Hormon Insulin, das den Zellen dabei hilft den Zucker aufzunehmen. Sollte dieses Hormon in geringer Menge oder überhaupt nicht mehr produziert werden, entsteht ein Zuckermangel, der zunächst nicht erkennbar ist.
Erste Symptome zeichnen sich durch reichlichen Durst aus und einem regen Harndrang. Im Laufe der Erkrankung entstehen Veränderungen an den Blutgefäßen, was im fortgeschrittenen Stadium das Auge betrifft. So wird das Sehen beeinträchtigt, was im Härtefall zur Erblindung führen kann.
Die Krankheit entwickelt sich zwar äußerst langsam, jedoch muss man damit rechnen, das zwei Drittel aller Diabetiker nach zehn bis fünfzehn Jahren von der Durchblutungsstörung der Netzhaut betroffen sind. Sollte in den Jugendjahren die Zuckerkrankheit auftreten, entwickelt sie sich rascher, im Alter dagegen langsamer.
Dabei werden zwei Formen der diabetischen Retinopathie unterschieden. Die Hintergrunds- Retinopathie besteht in herdförmig, kleiner auftretenden Gefäßveränderungen. So kommt es zu kleinen Blutungen in der Netzhaut und vermehrter Ablagerung von Fettsubstanzen. Die zweite Form, proliferativen Retinopathie genannt, kennzeichnet sich dadurch dass es zu einer Bildung neuer Blutgefäße kommt, die in das Auge hineinwachsen. Diese sind die Ursache für schwere Blutungen im Augeninneren. Im härtefall können diese, sobald sie vermehrt auftreten, zur erblindung führen.
Um die diabetische Retinopathie erfolgreich zu behandeln, hängt es von der frühen Entdeckung der Krankheit ab. Der Diabetiker sollte grundsätzlich mindestens einmal im Jahr einen Augenarzt konsultieren, da die Anfangsstadien keinerlei Beschwerden verursachen. So kann durch eine regelmäßige Untersuchung des Augenhintergrunds, das Risiko erheblich vermindert werden. Bei Bestätigung der Diagnose, müssen die Untersuchungen in kurzen Zeitabständen wiederholt werden. So kann der Augenarzt eine passende Behandlung einleiten, bevor der Patient in seiner Sehleistung wahrnehmbar eingeschränkt ist.
Ernährungspyramide für Diabetiker
Rund 8 Millionen von Diabetes mellitus betroffene Menschen leben in Deutschland mit dieser Stoffwechselerkrankung. Somit zählt sie zu den häufigsten Erkrankungen des Landes. Um mit dieser Erkrankung trotzdem gesund und schön bleiben zu können, gibt es gerade bei der Ernährung einiges zu beachten. Wo es früher strenge Diätpläne gab, dürfen Diabetiker heute alles essen, sogar Süßspeisen. Allerdings sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet und mit so mancher Leckerei nicht übertrieben werden. Das A und O ist eine gesunde Ernährung. Am deutlichsten erkennt man diese an der sogenannten Ernährungspyramide. Hier wird deutlich gemacht, welche Lebensmittel man als Diabetiker eher mehr bzw. weniger zu sich nehmen sollte.
Diabeter sollten sich bezüglich der Ernährung an die Ernährungspyramide halten. Die Basis dieser Pyramide für Diabetiker bilden die Kohlenhydrate. Drei bis fünfmal täglich sollten Reis, Gries, Nudeln oder Vollkornprodukte zu sich genommen werden. Die nächste Ebene auf der Ernährungspyramide bilden Gemüse und Obst. Im Idealfall sollte man dreimal täglich dafür sorgen, Hülsenfrüchte, Kartoffeln und natürlich Salat zu sich zu nehmen. Aber auch fettarme Milch und Milchprodukte sollten auf dem Speiseplan nicht zu kurz kommen. Geflügel, Fleisch und Wurst sollte man nicht öfters als zwei bis dreimal auf dem Essenstisch stehen haben.
Die Spitze der Pyramide bilden natürlich Fette und Süßes. Diese sollten nur äußerst selten und in geringen Mengen genossen werden. Hierbei ist zu beachten, dass pflanzliche Fette und Öle gesünder und zuträglicher sind. Hier sind vor allem Oliven-, Weizen- und Sonnenblumenöl zu bevorzugen. Dazu kommt natürlich eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, an die man sich halten sollte. Mindestens zwei bis drei Liter ungesüßten Tee, verdünnte Fruchtsäfte oder Wasser sollte man dem Körper täglich anbieten.
Diabetiker – alles andere als ein süßes Leben!
Wenn man Diabetiker ist, dann muss man sich mit allerlei Dingen herumschlagen, die gesunden Menschen erspart bleiben. So ist man beispielsweise immer auf Medikamente (Insulin in Form von Tabletten oder Injektionen) angewiesen und man hat es zudem immer schwerer, Versicherungen abzuschließen.
Zwar ist Diabetes Mellitus eine chronische Krankheit, mit der die Patienten ganz gut leben können, wenn sie mit Medikamenten eingestellt sind. Jedoch steigert diese Krankheit das Risiko für Folgeerkrankungen, wie zum Beispiel Bluthochdruck oder Schlaganfall. Und aus diesem Grund ist es für Diabetiker oft schwerer, notwendige und bezahlbare Versicherungen zu finden. Allerdings gibt es mittlerweile auch Anbieter (zum Beispiel DiabetAss), bei denen sich Diabetiker auch ohne Gesundheitsfragen zum Beispiel gegen Berufsunfähigkeit absichern können.
Auch bei der Ernährung haben es Diabetiker schwerer als gesunde Menschen. Sie müssen beispielsweise ihre Nahrungsmittel in Broteinheiten (BE) umrechnen. Auf speziellen Internetseiten, wie zum Beispiel diabetiker-ratgeber.de, gibt es einen Austauschrechner, mit dem man die Nahrungsmittel ganz einfach in BE umrechnen kann.
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